Loitokitok im Staub – Dürre in Ostafrika

Phyllis und ihre Kinder 2016 vor der Dürre

Nach einem Telefonat mit Phyllis sehen wir uns verpflichtet diesen Beitrag mit euch zu teilen. Denn die Situation in Ostafrika ist verheerend und wird längst nicht genug von den Medien und der Weltöffentlichkeit wahrgenommen. Phyllis ist Lehrerin in der kenianischen Kleinstadt Loitokitok, die wir bei der Begleitung von 20 extrem bedürftigen Kindern durch die Schullaufbahn finanziell unterstützen (Projekt Loitokitok). In dem Telefonat berichtete sie uns von den direkten Auswirkungen der Dürre auf das Leben in Loitokitok.

Hintergrund: Die kurze Regenzeit, normalerweise von Oktober bis Dezember, ist 2016 in einigen Regionen Ostafrikas nahezu ausgefallen. Die Situation ist besonders schwierig, da es das dritte Dürrejahr in Folge ist; nach mehreren Jahren, in denen die Nahrungsmittelproduktion extrem schwierig war, sind die Vorräte aufgebraucht und die Menschen komplett auf regionale und internationale Märkte angewiesen, um sich zu ernähren.

Chronische und sich tendenziell eher verschlimmernde Konflikte in der Region (Südsudan, Somalia, Nordkenia) erschweren den Nahrungsmittelanbau und teilweise sogar den Zugang zu einigen Regionen. Die Zahlen von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, um etwas zu essen zu finden, steigen enorm; alleine in Uganda befinden sich momentan mehr als 1 Millionen als Geflüchtete registrierte Menschen. Damit ist Uganda das afrikanische Land, das die größte Zahl an Vertriebenen aufgenommen hat, und nun ist auch Uganda von der Dürre bedroht.

Krankheiten brechen vermehrt aus, die Immunsysteme der menschen sind enorm geschwächt, vor allem treten das Chikungunya-Fieber, Cholera, Masern, und Dengue ungewöhnlich häufig auf.

Wettervorhersagen gehen von extrem niedrigen Regenfällen in der kommenden „großen“ Regenzeit März-Mai 2017 aus, was die Situation weiter enorm verschärfen wird. Wichtige Flüsse sind bereits ausgetrocknet oder führen extrem wenig Wasser (v.a. Somalia: Shabelle, Dawa und Juba), und Bewässerung von Feldern ist nahezu unmöglich da Flussbecken in allen drei hauptsächlich betroffenen Ländern (Somalia, Äthiopien, Kenia) nahezu ausgetrocknet sind. Eine Raupenplage vernichtet momentan zusätzlich das wenige, was angebaut werden kann.

Obwohl globale Weizen und Mais Preise im Jahr 2016 gesunken sind, hat sich der FAO Food Price Index für Ostafrika mehr als verdoppelt. Ein Trend der 2017 noch weiter anhalten wird (z.B. ist in Uganda der Maispreis um 75 % gestiegen!). Vieh stirbt in alarmierenden Raten und die Viehpreise sinken dramatisch aufgrund des Zustands der Tiere und der geringen Nachfrage. Milch und Milchprodukte sind viel zu teuer und der Eiweissmangel in der Bevölkerung alarmierend.

Nach neusten Zahlen sind 12,8 Mio Menschen in Ostafrika von Hunger bedroht, und 600.000 Säuglinge unter 5 Jahren vom Tod durch Mangelernährung. Geschätzt 6 Mio. Kinder sind  momentan nicht in der Schule aufgrund der Dürre (in Äthiopien haben knapp 600 Schulen sogar geschlossen).

Phyllis berichtet von der dramatischen Situation in Loitokitok, der Kleinstadt am Fuße des Kilimandscharo, die nahezu im Staub versinkt. Sie sagt, dass sie sich nicht vorstellen könne, wo das in diesem Jahr noch hinführen wird. Die Menschen hätten jetzt schon kein Geld mehr, aber nur Geld kann momentan die Ernährung sichern. Denn Anbauen könne unter diesen Umständen in der Region keiner mehr.

Bei all den wichtigen Gedanken zu Charity und Spendenaktionen ist akute Nothilfe jetzt im Moment enorm wichtig.  Aber auch langfristig müssen wir versuchen die lokale Bevölkerung dabei zu unterstützen resilienter zu werden. Um so besser auf Dürren reagieren zu können. Denn der Klimawandel ist Realität und die letzten beiden Jahre mit Sicherheit nicht die letzten trockenen in diesem Jahrzehnt.

Wir von goals connect versuchen einen Teil beizutragen, in dem wir Phyllis dabei unterstützen, zumindest 20 Kindern eine Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen. Da wir kein Verein sind, der Einnahmen generiert, sind wir hierbei auf Spenden angewiesen, die wir gebündelt an Phyllis weiterleiten.
Wir freuen uns über jede Unterstützung.

goalsconnect e.V.
Kreissparkasse-Saale-Orla
IBAN: DE16830505050000013757
BIC: HELADEF1SOK
Betreff: Phyllis

 

Heimattour im SOK

Hallo liebe Freunde von goals connect,

das neue Jahr ist noch nicht alt und wir sind bereits wieder aktiv. Diesmal führte uns der Weg in die Heimat. Genauer gesagt, den Saale-Orla-Kreis. Hier haben wir unseren Verein vor mittlerweile acht Jahren gegründet und unsere ersten Workshops durchgeführt. Auch diesmal haben wir wieder Schulen besucht, die sehr selten auf dem Plan von sozialen Projektträgern stehen. Gerade hier ist es wichtig, einen Reflektionsprozess anzustoßen.

Auch wenn das Thema Flucht und Asyl nicht mehr so präsent in den Medien ist, in den Klassenräumen ist es dies mehr denn je. Denn viele Geflüchtete sind Teil des Klassenverbandes und dennoch häufig isoliert. Dies wollten und konnten wir durch unsere Workshops in Teilen aufbrechen und das Miteinander durch das gemeinsame Kicken am Nachmittag noch einmal auf ein neues Level heben.

An allen Regelschulen die wir besucht haben (Remptendorf, Hirschberg, Triptis und Bad Lobenstein) sind wir dabei auf offene, interessierte und diskussionsfreudige Schüler*innen getroffen. Die Workshops haben auch unseren Referent*innen von goals connect sehr viel Spaß gemacht und das Feedback der Schüler*innen war sehr positiv. Wir haben einmal mehr bemerkt, wie wichtig unsere Arbeit neben dem normalen Schulunterricht ist, da sie tagesaktuelle Aspekte anspricht, die im engen Lehrplan nicht so stark behandelt werden können. Durch das aufzeigen von Fluchtgründen, -ursachen und -routen wird nicht nur das Verständnis, sondern auch das Miteinander für und zwischen Geflüchteten und alteingessenen Schüler*innen verbessert.

Neben dem Projektunterricht verliefen auch die Streetsoccerturniere am Nachmittag an allen Schulen reibungslos und waren von Fairplay und Spaß am Spiel geprägt. Egal ob Mädchen, Jungen oder Lehrer, alle waren mit Freude dabei. Das große sportliche Finale am Freitag in Bad Lobenstein war ein riesiger Erfolg und ein zusätzlicher Motivationsschub für viele Schüler*innen aller Nationen. Bedanken möchten wir uns in diesem Zusammenhang bei allen Schulen und Schüler*innen für die aktive Mitarbeit und Begeisterung, der Kreissparkasse Saale-Orla für Ihre Unterstützung ohne die diese Tour nicht möglich gewesen wäre und der Deutschen Soccerliga, die uns mit ihren Streetsocceranlagen und Ihrer Manpower unter die Arme gegriffen haben. Wir freuen uns auf die nächste Tour.

Euer goals connect Team.

Ohne Perspektive

Aktuelle Eindrücke der Situation von Geflüchteten in Athen

In der letzten Septemberwoche begab sich Chris auf eine private Reise in die griechsiche Hauptstadt. Er wollte sich vor Ort einen kleinen Einblick in die aktuelle Situation Geflüchteter in Griechenland verschaffen. Diese direkten Eindrücke und Erlebnisberichte stellen den Mittelpunkt unserer Bildungsarbeit in Deutschland dar. Oftmals merken wir, dass wir auf diese Weise den Zugang für Schüler*innen erleichtern und so das Interesse und die Möglichkeit der emphatischen Wahrnehmung für diese Thematik fördern.  Des Weiteren hatten wir über goals connect im Vorfeld 700,00€ Spenden gesammelt, die für notwendige Sachen vor Ort eingesetzt werden sollten.

Lest hier einen kleinen Erfahrungsbericht:

Mein Besuch verschlug mich nach Elliniko, einen ehemaligen Flughafen von Athen. In der ehemaligen Flughalle leben aktuell mehrere Tausend Geflüchtete, hauptsächlich Familien aus Afghanistan. Das Lager wird vom griechischen Innenministerium betrieben. Einige der Menschen erzählten mir, dass sie seit über zehn Monaten hier in Zelten leben. Knapp 2000 Menschen (früher waren es noch doppelt so viele, sagte man mir) wohnen hier in einer Art Zeltstadt auf mehreren Etagen. Dort wo früher Geschäftsleute auf ihren Abflug warteten, sitzen nun junge Mütter mit unterernährten Kindern. Es gibt keine Klimaanlage und die griechischen Sommer können verdammt heiß werden. Die Menschen teilen sich vier Duschen und eine Möglichkeit Kleidung zu waschen gibt es auch nicht.

Hier ein TV-Betrag eines irischen Senders über das Camp:

http://www.thejournal.ie/life-in-airport-refugee-camp-greece-2983863-Sep2016/

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Zwischen Oder und Elbe – Schultour 2016 in Brandenburg

20160610_102220Die Brandenburg-Woche der goalsconnect Workshoptour 2016 führte uns in diesem Jahr nach Perleberg, Eberswalde, Prenzlau, Schwedt und Doberlug-Kirchhain.

In relativ kurzen Workshoptagen von vier Schulstunden haben wir in dieser Woche mit den Gruppen verschiedene Aspekte
von „Flucht und Asyl“ erarbeiten können. Die Teilnehmenden konnten je nach ihren Interessen selbst bestimmen, mit welchen Punkten sie sich vertiefend beschäftigen wollten. So setzten einige der Gruppen ihren Schwerpunkt auf Fluchtursachen, verschiedene Fluchtwege und die dort auftretenden Schwierigkeiten, mit denen sich Fliehende konfrontiert sehen. Besonders schockierend war für die Schüler*innen die Situation an den EU-Außengrenzen.20160608_100923 Für andere Gruppen war die Situation in Deutschland wichtig, wobei wir uns einerseits das Asylverfahren näher anschauten und sie sich andererseits in einem Perspektivwechel übten. Hierbei stießen die Schüler*innen auf mögliche Schwierigkeiten Geflüchteter, derer sie sich zuvor nicht bewusst waren.
Viele der Schüler*innen nutzten die Gelegenheit, sich intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen und Hintergründe zu erfahren. Dabei schätzten sie die persönlichen Berichte der Referierenden aufgrund eigener Erfahrungen und Begegnungen. In Feedbackgesprächen zeigten sich die Gruppen erstaunt über die einseitige Berichterstattung der Medien, welche die behandelten Aspekte und Zusammenhänge kaum beleuchten. 20160607_111707

Wir hatten eine sehr spannende Woche mit Euch und bedanken uns herzlich bei teilnehmenden Schüler*innen aus den achten, neunten und zehnten Klassen der Friedrich-Gedike Oberschule in Perleberg, des Humboldtgymnasiums in Eberswalde, des Scherpf-Gymnasiums in Prenzlau, des Gauss-Gymnasiums in Schwedt und des evangelischen Gymnasiums in Doberlug-Kirchhain.

1+1 = 2 Wochen Hauptstadt-Tour

Der Startschuss für die Hauptstadt ist gefallen. Genauso bunt wie Berlin war auch die erste Woche für uns. Für Lisa und Basti hieß das: Projektkoffer packen, Navi bespielen und los geht’s. Unser Programm war gespickt mit drei Sehenswürdigkeiten in Neukölln, Tempelhof und Spandau.

Los ging es am Dienstag im Kinder & Jugendzentrum Lessinghöhe. Die Spannung war sehr groß, da es sich hier um eine rein freiwillige Nachmittagsveranstaltung gehandelt hat. Umso größer war unsere Freude, dass mehr als zehn Jugendliche und Kinder mit uns einen lustigen und lehrreichen Nachmittag verbracht haben. In mehr als drei Stunden wurde aufgeregt diskutiert und neugierig nachgefragt.

Auch die beiden nächsten Tage sollten dem in nichts nachstehen. Auch an den offiziellen Projekttagen der Georg-von-Giesche-Schule in Tempelhof und Askanier-Grundschule in Spandau war das Interesse an unserem Modul „Flucht und Asyl“ ungebrochen. Schüler*innen und Lehrer waren bei Diskussionen und bei den Unterrichtseinheiten mit viel Engagement dabei. Man spürte, dass dieses Thema nicht nur die Debatten der letzten Wochen beherrscht, sondern oftmals mehr Fragen als Antworten aufgeworfen hat. In den Gesprächen und den anschließenden Feedbacks wurde uns unisono mitgeteilt, wie gut und spannend das Modul aufgebaut ist und das viele Fragen geklärt werden konnten. Besonders wichtig war vielen, dass medial oft einseitig dargestellte Sachverhalte unter einem neuen Licht betrachtet werden konnten.  Die erste Woche war nicht nur für uns als Verein ein voller Erfolg. Es hat vor allem Spaß gemacht mit vielen aufgeschlossenen und interessierten Jugendlichen zu arbeiten und mit ihnen in Dialog zu treten. Unser Dank geht daher direkt an alle, die daran teilgenommen haben.

Woche zwei der Berlin-Tour führte uns durch Lichtenberg, Neukölln und Hohenschönhausen.

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Danke für das Vereinswochenende!

Hallo Liebe Freunde,

Wie Ihr ja unten lesen konntet fand letztes Wochenende unser Mitgliederversammlung mit anschließender Benefizparty statt.  Es war großartig! Danke an Pete und Kloppenburg, das 4rooms Team, DJ Fat Organic Grandfather, Martin für den unermüdlichen Einsatz und alle Helfer und Sponsoren, die uns unterstützt haben.

Im Namen des gesamten Vereins:  Vielen Dank fürs kommen, es hat uns riesen Spaß gemacht. Wenn wir das das nächste mal toppen, brauche ich hinterher Urlaub.

Die Party war auch mit dem Benefizgedanken ein voller Erfolg,  welcher der Schule in Loi Toki Tok und weiteren Projekten der Vereinsarbeit zugute kommen werden.

Unsere Mitgliederversammlung war sehr produktiv. Es wurden viele Ideen geboren, wie wir unsere Schulworkshops breiter aufstellen können und die Arbeit mit Geflüchteten intensivieren. Außerdem standen Vorstandwahlen an. Euer Vorstand besteht für die nächsten vier Jahre aus: Chris, Lisa, Martin, Basti und Holger.

 

Eine Reise durch das „Grüne Herz“ Deutschlands

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Die Thüringen-Woche unserer Workshop-Tour 2016 führte uns vom 23.-27.05. durch Heiligenstadt, Bad Salzungen, Erfurt, Nordhausen und Altenburg. Jeder einzelne Projekttag entwickelte eine eigene Dynamik und wir haben mit den teilnehmenden Schüler*Innen viele spannende

Diskussionen geführt, Fluchtwege von Menschen kennengelernt, Perspektivwechsel vollzogen. Die Workshops dauerten jeweils 4-5 Stunden und es war schön, sich intensiv mit den Gedanken, Erfahrungen und Meinungen der teilnehmenden Schüler*Innen auseinanderzusetzen. Persönliche Berichte der Referentinnen von den EU-Außengrenzen, aus den griechischen Flüchtlingslagern und von Fluchterfahrungen haben die Teilnehmenden empathisch sensibilisiert und führten öfter zu emotionalen Irritationen im Abgleichsprozess mit der in Deutschland wachsenden Abwehrhaltung zu ankommenden Schutzsuchenden.

Die Woche war sehr spannend und lehrreich für alle Beteiligten! Vielen Dank für die herzliche Aufnahme und Workshop-Organisation an die TGS am Roten Berg, Erfurt, die Werratal-Schule in Bad Salzungen, das Herder-Gymnasium in Nordhausen, das Friedrichgymnasium in Altenburg sowie das Lingemann-Gymnasium in Heiligenstadt.

An dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön, an Mirjam Kruppa, die Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, die das Projekt unterstützte.

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